Istanbul-Marathon

Von Asien nach Europa – Teilnahme von 23 Brandenburger Läufer am 35. Istanbul Marathon

Nachdem im Sommer dieses Jahres die Idee zur Teilnahme am 35. Istanbul Vodafone Eurasia Marathon geboren wurde, buchten kurzfristig 18 Mitglieder des VfL und 5 weitere Brandenburger Läufer Flüge und Hotelunterkunft.

Am Donnerstag, den 14.11.2013 startete dann unser Flugzeug von Schönefeld und landete nach ca. 2,5 h in Istanbul, der türkischen Hauptstadt am Bosporus und der einzigen Stadt in der Welt auf zwei Kontinenten. Ein Kleinbus holte uns ab und nach einer Stunde Fahrt durch neue und moderne Stadtbezirke erreichten wir unser in der Altstadt gelegenes Hotel.

Am nächsten Tag standen neben einem ausgiebigen türkischen Frühstück ein erster Stadtbummel und das Abholen der Startunterlagen auf dem Programm. Fußläufig 5 min vom Hotel entfernt nahmen wir dann die ersten beiden großen und wohl bekanntesten Moscheen der Stadt, die Sultan-Ahmed-Moschee und die Hagia Sophia, in Augenschein. Diese beiden imposanten Bauwerke gehören mit ihren großen Kuppeln zu den schönsten Sakralbauwerken der Welt. Istanbul, das frühere Byzanz oder Konstantinopel, hat sich seit 1990 durch eine sehr schnelle wirtschaftliche Entwicklung  zu einer der vielseitigsten und größten Metropolen Europas mit inzwischen 14 Mio. Einwohnern entwickelt. Diese inzwischen sehr moderne Stadt kann aber auf eine fast 3000-jährige Geschichte zurückblicken. Überall begegnet man den großen Kulturen, wird hineingezogen in das bunte und pralle Leben der Straßen und Basare. Die Händler werben freundlich, aber nicht auf­dringlich um Kunden.

Das Abholen der Startunterlagen gestaltete sich dann doch schwieriger als gedacht. Diese mussten in einem Olympiazentrum, außerhalb der Altstadt abgeholt werden. Das Erreichen mit öf­fentlichen Verkehrsmitteln hat dann letztendlich fast 3 Stunden Zeit in Anspruch genommen. Die Ausgabe der Startunterlagen vor Ort war dann zum Glück perfekt organisiert. Die Startnummer, den Laufchip und das Finisher-T-shirt gab es dann für jeden Teilnehmer in einem schönen  Sportbeutel mit Eventaufdruck.

Auch wenn in jedem Laufgide empfohlen wird sich vor einem Marathon auszuruhen und die Beine durch einen Stadtbummel nicht zusätzlich zu belasten, so konnten wir es uns natürlich nicht nehmen las­sen, auch am Samstag die Stadt überwiegend zu Fuß weiter zu erkunden. Zur Erholung wurde dann aber doch eine Bootsfahrt auf dem Bosporus eingeschoben. Vom Schiff aus hatten wir einen wunder­schönen Blick auf das ausgedehnte Stadtgebiet, welches sich auf mehreren Hügeln entlang des Bos­porus auf europäischer und asiatischer Seite erstreckt. Abends ging es dann  frühzeitig ins Bett, um für das eigentliche Highlight, den Lauf am nächsten Tag, fit zu sein.

Am nächsten Morgen fuhren die Busse zum Start direkt vor der Hagia Sophia Moschee ab. Aus al­len Richtungen strömten  Läufer verschiedener Nationen zum Treffpunkt zusammen. Der Transport klappte reibungslos. Kurz nach 8:00 Uhr waren die letzten Busse am Startort, dem Mautbereich vor der Bosporusbrücke auf der asiatischen Seite angekommen. Für etwas Aufregung sorgte dann noch ein aktueller Artikel im Internet mit der Überschrift: “Regierung fürchtet Einsturz der Bosporusbrücke beim geplanten Marathon“, der  aber dann von den Teilnehmern einfach ignoriert wurde.

Für die ca. 3200 Läufer des Marathons, die ca. 3800 Teilnehmer des parallel startenden 15-km-Laufes und die ca. 2200 Teilnehmer des 10-km-Laufes ging es um Punkt 9:00 Uhr bei strahlend blauem Himmel, 10 ° C , unter  feierlicher Ansprache des Bürgermeisters und unter Begleitung einer Musikkapelle los.

Nach ca. 300 m betraten wir bereits die imposante Bosporusbrücke. Von der Brücke aus, die sonst für Fußgänger gesperrt ist, hatte man eine fantastische Sicht auf den Bosporus mit seinen vielen Schiffen und die hügeligen Stadtsiluette. Am Ende der 1.074 m langen Brücke betraten wir dann Europa. Die Befürchtungen des Verkehrsministeriums haben sich nicht bestätigt, auch wenn Detlev Voigt meinte, die von den Läufern hervorgerufenen Schwingungen der Brücke gespürt zu haben.

Ab dem Ende der Brücke liefen die Marathonteilnehmer und die Läufer der 10 und 15km-Distanz zunächst gemeinsam auf der abgesperrten Hauptstraße weiter Richtung Innenstadt, der Galatabrücke entgegen. Jeder km war gut sichtbar mit Schildern markiert und mindestens alle 5 km wurden Zwischenzeiten registriert.  Alle 2,5 km gab es Wasser- und Verpflegungsstände.

Auf der Galatabrücke herrschte geschäftiges Treiben. Viele Angler unterbrachen ihr Angeln, um uns Läufer zusammen mit den anderen Zuschauern anzufeuern. Nach Überqueren der Galatabrücke wurde parallel zum Goldenen Horn entlang gelaufen. Hier war dann das Ziel für die 10-km-Läufer.

Die 15-km-Läufer begleiteten die Marathonteilnehmer dann noch 2,5 km und liefen dann um einen Wendepunkt zurück ins 10-km-Ziel. Alle 9 Brandenburger Teilnehmer am 15-km-Lauf kamen gut ins Ziel und erhielten eine schöne Medaille.

Ab dem Zeitpunkt des Abbiegens der 15-km-Teilnehmer wurde das Läuferfeld der Marathonteilnehmer übersichtlicher und ruhiger. Bei ca. km 18 gab es einen sehr langen Anstieg, der bereits einige Läufer zum Gehen zwang. Ab km 20 erreichen wir dann endlich das Meer. Schon bei km 21 kamen uns auf der gegenüberliegenden Straßenseite die ersten 3 afrikanischen Läufer Richtung Ziel entgegen. Die hohe, gleichmäßige Geschwindigkeit dieser Läufer war faszinierend, für uns aber auch ein wenig deprimierend.

Unser Läuferfeld lief die 4-spurige Küstenstraße zunächst noch weitere 8 km direkt am Meer entlang bis zum Wendepunkt bei km 28,  um von dort dann den Rückweg Richtung Ziel anzu­treten.

Bei km 41 bog  die Strecke dann vom Meer Richtung Innenstadt ab, vorbei am Atatürk Denkmal. Leider ging es von dort nochmal 500 m bergan. Direkt vorbei an der Hagia Sophia Moschee Richtung Sultan Ahmed Moschee, begleitet von den Anfeuerungsrufen hunderte Zuschauer wurden wir dann unter Applaus die letzten Meter ins Ziel getragen. Jeder Finisher wurde im Ziel namentlich genannt und erhielt eine sehr schöne Medaille. Eine orientalisch gestaltete individuel­le Urkunde konnte man sich ebenfalls gleich ausdrucken lassen und mitnehmen.  Alle 6 Brandenburger Marathonstarter sind zwar erschöpft, aber stolz und ohne Verletzung im Ziel angekommen. Schnellster Brandenburger Läufer war Michael Manczak (4:02 h) gefolgt von Ingo Maaß (4:12 h) , Kerstin Schönfeld und Britta Kornmesser (mit jeweils 4:29 h),  Reinhard Häusler (4:44 h), Detlev Voigt (4:52 h) und Carsten Grasenack (4:55 h).

Abends ging es dann zum gemeinsamen Abendbrot in die Altstadt. Bei guter türkischer Küche wur­den dann die Lauferlebnisse des Tages ausgewertet und Ideen für die nächsten Laufevents geschmiedet.

Am nächsten Morgen hieß es dann leider schon wieder Abschiednehmen. Pünktlich um 7:45 Uhr hol­te uns ein Kleinbus am Hotel ab und brachte uns direkt zum Flughafen. Um 11:45 startete unser Rückflug nach Berlin.

Im Fazit wurde von den Teilnehmern übereinstimmend festgestellt, dass vom Veranstalter eine sehr gut organisierte Laufveranstaltung angeboten wurde, die verbunden mit einer Städtereise über ein verlängertes Wochenende für alle ein unvergessliches Erlebnis war und Istanbul in jedem Fall eine weitere Reise wert ist.

Britta Kornmesser

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